Die erste Mannschaft des Schachclubs Ebringen tritt in der Spielzeit 2006/07 erstmals in der nunmehr 44-jährigen Vereinsgeschichte in der Verbandsliga Südbaden an.
Die zweite Mannschaft spielt wieder in der Kreisliga A des Bezirks Freiburg.
Zweiter Saisonsieg der ersten Mannschaft:
Am vorletzten Spieltag der laufenden Verbandsrunde musste die 1. Mannschaft in Gottmadingen antreten, eine Reise, die angesichts der Schneefälle in den Tagen zuvor, von einzelnen Spielern mit gemischten Gefühlen angetreten wurde. Wenn die Ebringer ihre letzte theoretische Chance, den Abstieg zu vermeiden wahren wollten, dann musste unbedingt ein Sieg her. Zu allem Unglück meldete sich Ivan bei Udo am frühen Sonntag Morgen krankheitsbedingt ab. Ersatz wäre zwar theoretisch möglich gewesen, da die 2. Mannschaft ihr Punktspiel gegen Freiburg-Wiehre abgesagt hatte, aber so flexibel sind Schachspieler dann eben doch nicht, dass Sie Ihre Tagespläne kurzfristig ändern und einspringen könnten. Somit musste das 8.Brett freibleiben. Da der Gottmadinger Gegenspieler verspätet aber innerhalb der Zeitgrenze eintraf, stand es kurz nach Beginn des Mannschaftskampfes 1:0 für Gottmadingen.
Es gab aber auch Positives aus Ebringer Sicht. Da zeitgleich die Schweizer Liga spielte, mußte Gottmadingen auf ein paar starke Spieler verzichten und ersatzgeschwächt antreten.
Nach einer guten Stunde war die unmittelbare Eröffnungsphase vorbei:
Holger an Brett 1 spielte mit Weiß sein geliebtes Mora-Gambit wobei sein Gegner sich recht solide aber auch etwas passiv aubaute.
Libor hatte eine mit Schwarz einen sicheren Aufbau gewählt und den weißen Anzugsvorteil ausgleichen können.
Udo spielte eine Sizilianische Partie (Drachenvariante mit kurzer weißer Rochade). Wie bei dieser Eröffnung üblich, war zu diesem Zeitpunkt die Stellung noch völlig unklar.
Dirk hingegen kämpfte am Brett 4 mit Schwarz noch darum, sich vollständig zu entwickeln und dem Druckspiel seines Gegeners angemessen zu begegnen.
Harald an Brett 5 durfte zum zweiten Male in dieser Verbandsrunde mit Weiß spielen und stand schon nach dem ersten Zug seines Gegenübers auf dem "Schlauch". Das Angebot nach 1.e2-e4 Sg8-f6 in die Aljechin-Verteidigung einzulenken, wollte er auf gar keinen Fall annehmen, um nicht in
irgendeine vorbereitete Variante "hineinzulaufen". So entstand auf Umwegen eine eher für die Caro-Kann-Verteidigung typische Stellung mit einem vorgerückten weissen h-Bauern auf h5.
Peter am sechsten Brett konnte sich gegen die Damenbauerneröffnung seines Gegner sehr gut entwickeln und erreichte eine bequeme Stellung.
Am siebten Brett hatte Jörg zunächst Raumvorteil, übersah dann aber ein Springeropfer,
das wegen drohendem Damenverlust nicht angenommen werden durfte. Mit einem Minusbauern und geöffneter Königsstellung kämpfte er aber unverdrossen weiter und gewann bald darauf die Qualität.
Holger hatte am ersten Brett mittlerweile unter Figurenopfer einen Angriff entfacht, der zu einer sehr verwickelten aber aussichtsreichen Stellung führte.
Udo am 2. Brett konnte erst Stellungs- und dann Bauernvorteil erreichen, wobei ein Leichtfiguren-Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern enstand.
Libor machte auf der d-Linie Druck gegen die weiße Stellung und Dirk hatte sich eine konsolidierte Verteidigungsstellung erarbeitet.
Für Unruhe unter den Mannschaftskollegen sorgte wieder einmal Harald. Nach zuletzt wenig überzeugenden Leistungen opferte er diesmal zunächst seinen vorgerückten h-Bauern und bald drauf auch noch seinen schwarzfeldrigen Läufer für einen Angriff gegen die schwarze Rochadestellung. Anders als in den vergangenen Partien behielt er diesmal alles unter Kontrolle. Gegen die hereinbrechenden weißen Figuren fand der Gottmadinger Spieler keine ausreichende Verteidigung und gab bald darauf bei klarem materiellen Nachteil und schlechterer Stellung auf. So stand es nach gut 3 Stunden
Spielzeit 1:1.
Zwischenzeitlich hatte Peter ein herrliches Läuferspiel aufgezogen und drang in der Folgezeit siegbringend mit seinem Turm in die 2. Reihe ein. 2:1 für Ebringen!
Jörg hatte seinen materiellen Vorteil zwar ausbauen können, sah sich aber einem heftigen Figuren- und Bauernsturm gegen seine geschwächte Königsstellung ausgesetzt. Wie häufig in solchen Stellungen brachte ein einziger Fehlzug schließlich die Entscheidung zuungunsten der Ebringer, obwohl
sich Jörg bis dahin hervorragend verteidigt und sogar eine Gewinnstellung erkämpft hatte. 2:2.
Der Kampf kam nun in seine entscheidende Phase.
Holger konnte seinen optischen Vorteil nicht in eine Gewinnstellung verdichten. Remis. Libor musste ebenfalls einsehen, dass mehr als ein Remis nicht zu erreichen war. Zwischenzeitlich hatte sich aber Dirk aus seiner anfänglich etwas gedrückten Stellung befreien und in
gegnerischer Zeitnot einen Gegenangriff starten können der schließlich in entscheidendem Materialgewinn gipfelte. 4:3 für Ebringen!
Jetzt lag es also an Udo, den fehlenden halben Punkt zum Mannschaftssieg unter Dach und Fach zu bringen und auf Udo war wie so häufig Verlass. Mehr noch, aus dem tendenziell remislichen Leichtfigurenendspiel hatte er eine vorteilhafte Stellung mit 2 Mehrbauern gemacht, die er souverän zum Sieg führte.
Endstand: 5:3 für Ebringen. Damit hat die 1. Mannschaft mindestens ihre hauchdünne Chance auf Klassenerhalt gewahrt.
2. Mannschaft:
Die zweite Mannschaft musste die Punkte leider kampflos dem neuen A-Klassen-Meister Freiburg-Wiehre II überlassen. Zu viele Ebringer Spieler waren beruflich oder privat verhindert. Damit sind vor der letzten Runde beide Ebringer Mannschaften weiterhin in akuter Abstiegsgefahr.
Eine kleine Sensation war der Erfolg der 1. Mannschaft zum Auftakt der Verbandsliga gegen
Oberwinden. Der überraschend deutliche 6:2-Erfolg bescherte Ebringen sogar die alleinige
Tabellenführung. Unverhofft kommt oft.
Deutlich und ungefährdet war der Sieg der 2. Mannschaft in der A-Klasse gegen Oberwinden III,
das nicht ganz vollzählig antrat.
Das Fehlen der Windener Topspieler wegen der gleichzeitigen Spieltage in Frankreich, Österreich
und der Schweiz machte sich in allen Mannschaften bemerkbar. Uns war es recht.
Dass unsere erste Mannschaft die Spielzeit in der Verbandsliga eher olympisch sehen sollte,
ist auch bei den anderen Mannschaften in der Liga nicht unbemerkt geblieben. Bei Iffezheim werden wir bereits zu den heißen Abstiegskandidaten gerechnet:
Insofern wird der SC Ebringen
wohl von Anfang an mit dem Rücken zur Wand stehen und muss über sich hinauswachsen, will man
das eine oder andere Pünktchen ergattern.
Das kennen wir ja schon aus der letzten Spielzeit, als wir ebenfalls als Punktelieferant
galten und Niederlagen gegen uns noch zur Saisonmitte als Betriebsunfall, doch Wunder wiederholen
sich selten und insofern sei Iffezheim verraten, dass ihre Einschätzung unseren Erwartungen
an die neue Spielzeit nicht unähnlich ist.
Die Aufstiegsmannschaft in die Verbandsliga:
hinten: Udo Bösch, Heinz Bösch
Mitte: Holger Kaspereit, Peter Ackermann, Dirk Bösch, Harald Obloh
vorne: Libor Valevsky, Ivan Dukić
(jeweils von links)