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Erste im Tiefschlaf, Zweite im Tiebreak.

Einen Tag zum Vergessen erlebte die Erste bei ihrem Auswärtsspiel beim Schachclub Wiehre. Die Zweite löste vorzeitig das Ticket zum Klassenerhalt.

Freiburg Wiehre – Ebringen      6,5 : 1,5

Leider war das Spielambiente beim Schachclub Wiehre sehr ungemütlich. Gespielt wurde im Untergeschoss des JHW in Freiburg. Alles sehr eng, Spieltische bestanden teilweise aus Biergartengarnituren, wo 4 Bretter auf einem Biertisch aufgebaut wurden. Selbst Plastikfiguren kamen auf den Tisch und die Kaffeemaschine war kaputt. Zu allem Übel fingen die Partien noch mit 25 Minuten Verspätung an, da die Heimmannschaft nicht komplett da war, so beschrieb Kapitän Udo Bösch seine Gemütsverfassung kurz vor dem Mannschaftskampf. Allerdings sollte man sich von suboptimalen Rahmenbedingungen nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Angetreten war man mit durchaus berechtigten Hoffnungen zu punkten, an den hinteren Brettern hatten die Ebringer ein DWZ-Übergewicht, auf Deutsch eine höhere Spielstärke auf dem Papier, doch sie erwischten einen kollektiven schwarzen Tag.

Nachdem Jürgen Tuchtfeld an Brett 3 das erhoffte Remis gegen einen sehr starken Gegner eingefahren hatte, mussten hinten ein paar Punkte her. Der dreiste Ebringer Siegesplan war vorne einen halben Punkt zu holen und an den hinteren 4 Brettern 4 Siege zu holen. Aber nach und nach gingen die Partien sehr unglücklich verloren, oft in besserer Stellung für Ebringen. Nur Harald Obloh an Brett 8 konnte gewinnen. So gab es eine deutliche Packung für Ebringen, die so nicht nötig gewesen wäre.

Ebringen II – Ettenheim II         4,5 : 3,5

Zum Match der Landesligareserven kam es am 6. Spieltag der Verbandsrunde in der Ebringer Schlossscheune. Und die Ebringer waren gewarnt vor der dem talentierten Ettenheimer Nachwuchs, der von Jahr zu Jahr besser wird. An den hinteren Brettern konnten die erfahrenen Ebringer den Ettenheimer Sturm und Drang mit großen Mühen noch einmal aufhalten und 3 Siege sowie ein Remis von Altmeister Ewald Schneider einfahren. Aber an den vorderen Brettern begann der solide Vorsprung zu schmelzen. Michael Bauer hatte bereits die Dame seines Gegners erbeutet, als er beschloss seinen Gegner mit einem eigenen Damenopfer mattzusetzen. Leider kam es nicht zum Matt und Michael verlor seine schon gewonnen geglaubte Partie. Auch Hans-Dieter Weißflog verlor seine Partie, während Matthias Pfefferle Remis spielte. 4:3 für Ebringen. An Brett 1 benötigte Hanspeter Becker noch einen halben Punkt zum Sieg, doch sein Gegner spielte auf Sieg, indem er eine Zeitüberschreitung von Becker provozieren wollte, ohne selber Züge mit Gewinnabsicht zu machen. Eine Taktik aus dem Blitzschach, wo es tatsächlich nur um Zeit geht. In der langen Turnierpartie kann man seinen Gegner nicht „über die Zeit lupfen“, ohne selber auf Gewinn zu spielen. Das machte Winfried Schüler, erfahrener Ebringer Teamchef und Schiedsrichter, deutlich und konnte durch sein beherztes Eingreifen das Remis von Hanspeter Becker retten und damit auch den knappen Sieg gegen ambitionierte Ettenheimer. Damit hat die Zweite den Klassenerhalt in der Tasche.

Text: Karl-Peter Kendzia

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