Ebringen II – Schwarze Pumpe Freiburg II 4,5
: 3,5
Am
6. Spieltag der Verbandsrunde kam es zum Match zwischen der Ebringer
Landesligareserve und der zweiten Mannschaft der Schwarzen Pumpe. Obwohl die
Ebringer auf dem Papier favorisiert waren, entwickelte sich von Anfang an ein
Fight auf Augenhöhe. Den ersten Sieg für Ebringen markierte Karl-Peter Kendzia,
nachdem sein Gegner einen vermeidbaren Figurenverlust zu beklagen hatte. Robert
Hamar und Hanspeter Becker remisierten, so dass es nach 2 Stunden Spielzeit 2:1
für Ebringen stand. Als dann Jörg Brezczinsky seine Partie gewann und Werner
Bonrath noch ein Remis beisteuerte, schien Ebringen schon mit 3,5:1,5 auf die
Siegerstraße einzubiegen. Doch an den vorderen Brettern gerieten die Ebringer
in Bedrängnis: Hans-Dieter Weißflog fand in offener Stellung keinen
ausreichenden Schutz mehr für seinen König. Sein glänzend aufgelegter Gegner
nutzte diese Schwäche zu einem schulmäßigen Konter und zwang Hans-Dieter so zur
Aufgabe. Nicht viel besser erging es Dirk Hamar, der trotz schlechter
Königsstellung taktische Verwicklungen riskierte und schließlich den
Partieverlust nicht mehr abwenden konnte: 3,5:3,5. So lag es nun an Altmeister
Ewald Schneider das Blatt für Ebringen zu wenden. In einem Springer-Turm
Endspiel hatte Ewald einen Minusbauern und musste ums Remis kämpfen. Zug um Zug
verbesserte er seine Stellung und konnte Druck entfalten. Die Partie ging
mittlerweile in die 6. Stunde und für den Pumpe-Spieler wurde die Zeit knapp. Nach
einigen klugen Manövern spielte Ewald am Ende mit einem Turm gegen einen
Springer, was meistens remis-verdächtig ist, beim Schiedsrichter aber nicht als
technisches Remis „einklagbar“ ist, weil die Turmpartei die Partie manchmal
doch zu gewinnen vermag. In diesem Sinne spielte Ewald geduldig weiter und
entnervte so seinen Gegner zusehends, der sich mittlerweile in massiver Zeitnot
befand und dann tatsächlich die Partie durch Zeitüberschreitung verlor. So
erwies sich Ewald wieder einmal als Matchwinner und sicherte der Zweiten zwei
wichtige Mannschaftspunkte in einer durchwachsenen Saison.
Ebringen I – Horben I 2,5
: 5,5
Gegen das starke Team aus Horben fand die Erste kein Mittel. Während an den hinteren Brettern immerhin ein Sieg und drei Remisen für Ebringen raussprangen, hieß es an den vorderen Brettern am Ende 0:4. So gab es an diesem Februarsonntag für die Ebringer Peter Meyer, Georg Vogelbacher, Udo Bösch und Holger Kaspereit nur die Erkenntnis auf eine bärenstarke Gegnerschaft getroffen zu sein, um am Ende mit leeren Händen dazustehen. Damit verlor die Erste auch die Tabellenführung in der Landesliga II, kann aber trotzdem weiter vorne mitspielen. Bleibt zu hoffen, dass es beim anstehenden Auswärtsspiel in Neustadt wieder besser läuft für die Ebringer Schachcracks.
Das
eigentliche Ziel der Reise wäre an jenem Sonntag Pfullendorf gewesen. Da dort
aber die Fasnacht durch die Gassen getrieben wurde, musste man zum Topspiel
gegen Pfullendorf nach Meßkirch ausweichen. Dort empfing der Tabellenzweite
Pfullendorf mit Ebringen den Tabellenführer der Landesliga II. Von Anfang an
war klar, dass es um alles geht und dementsprechend kompromisslos ging es an
den acht Brettern zu. Und die Erste aus Ebringen begann druckvoll. Schon bald
führte man durch Siege von Lutz Grabe, Holger Kaspereit und Peter Meyer mit
3:0. Wer aber dachte, das sei schon die Siegerstraße, irrte sich gewaltig. Denn
an drei weiteren Brettern standen die Ebringer elend schlecht. Nach und nach
mussten Udo Bösch, Malte Pothmann und Ivan Dukic ihre Niederlagen eingestehen
und ihren Gegnern gratulieren, womit es 3:3 stand. Nun lag es an Jürgen
Tuchtfeld und Harald Obloh, den Mannschaftssieg zu erzwingen. Und Jürgen blieb
seinem Stil treu und vergoldete seinen geduldig und achtsam erspielten
Stellungsvorteil in einen souveränen Sieg, mit dem das Minimalziel Mannschaftsremis
schon erreicht gewesen wäre. Harald hatte die Möglichkeit durch ein Remis den
Mannschaftssieg einzutüten, aber er war sich seiner Sache sicher und spielte
weiter auf Sieg. In der 6. Stunde der Partie erreichte Harald sein Ziel und
konnte den 5. Brettpunkt für Ebringen verbuchen. Unter dem Strich ein hart
erkämpfter Auswärtssieg bei einem Mitfavoriten um die Meisterschaft in der
Landesliga II. Nach dieser tollen Mannschaftsleistung nahm die Erste die
zweistündige Heimfahrt gerne in Kauf und freute sich nach einem langen
Wettkampftag immer noch Tabellenführer zu sein.
Oberwinden III – Ebringen II 0
: 8
Das Auswärtsspiel der Zweiten in Oberwinden geriet zu einer kurzen Angelegenheit. Als fast alle Spieler schon am Brett saßen und sich auf einen spannenden Mannschaftskampf freuten, stellte sich heraus, dass Oberwindens Mann fürs Spitzenbrett nicht anwesend war. Als dieser um 10:30 Uhr immer noch nicht erschienen war, wurde der Mannschaftskampf mit 0:8 für Ebringen II gewertet. Für die Zweite ein schönes, aber leider nicht erkämpftes Ergebnis.
Bei drei Veranstaltungen in der Regio waren Ebringer
Schachcracks dabei.
Beim
Schachfestival in Basel nahm unser aktueller Vereinsmeister Lutz Grabe teil.
Das starke Turnier hatte in der Meistergruppe 106 Teilnehmer (darunter 14
Titelträger). Lutz startete großartig, musste jedoch in zwei Runden dem
Turnierstress Tribut zollen, aber dann ging es wieder bergauf. Nach 7 Runden in
5 Tagen belegte er am Ende mit 4,5 Punkten einen hervorragenden 18. Platz in
diesem starken Feld.
Vom 27. bis
30.Dezember fand in Frankenthal bei Mannheim das 6. Internationale
Frankenthaler Weihnachtsopen statt. Für Ebringen war Dirk Hamar am Start. In
der C-Gruppe gemeldet, bekam er es mit vielen jugendlichen Nachwuchsspielern zu
tun, die durchweg ein höheres Niveau spielten als ihre DWZ-Zahl vermuten ließ. Nach
7 Runden landete Dirk mit 4,5 Punkten auf einem guten elften Platz bei 51 gemeldeten
Spielern.
Beim traditionellen Neujahrsturnier des Schachclubs Umkirch (Schnellschach für 4-er Mannschaften) war Ebringen mit zwei Mannschaften vertreten. Während Ebringen 1 etwas hinter den Erwartungen zurückblieb, konnte Ebringen 2 mit einem rasanten Schlussspurt die Rating-Gruppe DWZ 1600 gewinnen und Pokal sowie Weinpreise mit nach Hause nehmen.
Siegreich ins Neue Jahr: Die Ebringer Schachspieler Werner Bonrath, Robert Hamar und Winfried Schüler (von links nach rechts) waren bester Dinge, als sie beim Neujahrsturnier in Umkirch in ihrer Rating-Gruppe den Pokal abräumten. Der vierte Spieler war Patrick aus Dreisamtal, der leider nicht im Bild ist.
Mit
weißer Weste und als Tabellenführer der Landesliga II fuhr die Erste zum ewig
jungen Derby ins benachbarte Sölden. Dort ging man zwar als leichter Favorit
ins Rennen, doch die Söldener gelten seit langem als enorm kampfstark. Schon zu
Beginn des Mannschaftskampfes untermauerten die Söldener ihren guten Ruf und
nutzten einen unerwarteten Fehlgriff vom Ebringer Lutz Grabe, um auf 1:0 zu
stellen. Diesem frühen Schock folgten bald eine weitere Niederlage und ein
Remis, so dass die Hausherren solide mit 2,5:0,5 führten. An den übrigen
Brettern gab es zum Teil deutliche Vorteile für die Ebringer, doch nichts ist
weiter als der Weg vom Auf-Gewinn-stehen bis zum tatsächlichen Sieg. So war es
dann an Heinz Bösch den wichtigen Anschlusstreffer zu markieren, aber Peter
Meyer, Udo Bösch und Malte Pothmann konnten ihre Stellungsvorteile nicht ins
Ziel bringen und mussten jeweils ins Remis einwilligen. 4:3 für Sölden und nur
Jürgen Tuchtfeld konnte noch eine Ebringer Niederlage verhindern. In seiner
ruhigen und routinierten Art verwandelte Jürgen seinen kleinen Vorteil Zug um
Zug in einen sicher erspielten Sieg und rettete Ebringen damit einen wichtigen
Mannschaftspunkt. Damit bleibt die Erste ungeschlagen und kann in der
Landesliga II weiter vorne mitspielen.
Sölden II – Ebringen II 2
: 6
Im
zweiten Mannschaftskampf des 1. Advents trafen die Landesligareserven der
Derbyteams aufeinander. Die Zweite aus Ebringen kassierte nach dem Abstieg aus
der Bereichsliga zwei Niederlage an den ersten beiden Spieltagen und wollte sich
in Sölden rehabilitieren. Glänzend aufgelegt zeigte sich Peter Ackermann an
Brett 1, der einen Materialvorteil in einem komplizierten Endspiel mustergültig
in einen Sieg ummünzte. Von Peter inspiriert, überstand Harald Obloh überlegt
die wilden Angriffe seines Gegners, um ihn anschließend lehrbuchmäßig
mattzusetzen. An Brett 3 spielte Altmeister Ewald Schneider eine wunderschöne
Angriffspartie, übersah aber leider einen tödlichen Konter seines Gegners,
verlor eine Figur und musste aufgeben. An den übrigen Brettern wurde die Zweite
ihrer Favoritenrolle gerecht, nur Dirk Hamar und Werner Bonrath remisierten. Am
Ende stand ein ungefährdeter 6:2 Erfolg für die Zweite, die nach drei
Spieltagen endlich in der Bezirksklasse angekommen zu sein scheint.
Udo Bösch zum 12. Mal Ebringer
Pokalsieger.
In einem denkwürdigen Pokalfinale setzte sich Udo Bösch gegen Hanspeter Becker durch. Eine von beiden Seiten äußerst kämpferische Partie endete durch Zeitüberschreitung, als Hanspeter Becker im Mittelspiel leicht besser stand, glänzend spielte, leider aber die Schachuhr aus den Augen verlor und damit auch die Partie. Das ist zum einen schade, weil die Partie noch viel Spannung versprach, zum anderen, weil sich Hanspeter damit um die Früchte seiner Denkarbeit brachte. Der Schachclub Ebringen gratuliert Udo zu seinem 12. Pokaltitel und wünscht allen Ebringern frohe Festtage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.
Nicht jeder Schachclub hat einen Lucky Luke in
seinen Reihen. In Ebringen heißt der Mann, der schneller zieht als sein
Schatten, Holger Kaspereit. Zum 13. Mal dominierte der sympathische
Revolvermann die jährlich ausgetragene Ebringer Blitzmeisterschaft, diesmal
nach Belieben. Holgers dynamisches Angriffsspiel ist schon in Partien mit
längerer Bedenkzeit schwer zu parieren. Im Blitzschach hat jeder Spieler aber
nur 5 Minuten Bedenkzeit pro Partie. Da hat es jeder Gegner schwer, wenn Lucky
Kaspereit vom ersten Zug an auf den gegnerischen König schießt. Und so war
Holger an diesem Abend mit 14 Siegen aus 16 Partien wieder einmal eine Klasse
für sich. Spannend wurde es nur im Kampf um die übrigen Podiumsplätze. Hier
marschierten Udo Bösch, Malte Pothmann und Lutz Grabe lange im Gleichschritt,
am Ende schafften es neben Holger noch Udo und Malte aufs Treppchen. Der
Schachclub Ebringen gratuliert Holger zu seinem 13. Titel im Blitzschach, es
wird bestimmt nicht der letzte sein.
Vereinsblitzmeisterschaft 2019:
1. Holger
Kaspereit 14,5 Punkte (Blitzmeister
2019)
2. Udo Bösch 11
3. Malte Pothmann 10,5
3. Lutz Grabe 9,5
5. Peter Meyer 9,0
6. Harald Obloh 7,0
7. Werner Bonrath 4,5
8. Heinz Bösch 3,5
9. Dirk Hamar 2,0
Überraschung:
Holger Kaspereit krönt sich auch zum Schnellschachmeister.
Na,
wer hätte das gedacht? Dass jemand, der im Blitzschach alle Gegner deklassiert,
auch im Schnellschach vorne mitmischt? Eigentlich jeder. Und so überrascht es
nicht, dass Holger zum dritten Mal den Titel des Ebringer Schnellschachmeisters
gewinnt. Und zwar in einem spannenden Turnier mit hochmotivierten Teilnehmern.
Kurzum, gute Stimmung, ein gelungenes Kräftemessen, ein würdiger Sieger. Besser
geht´s nicht.
Udo Bösch und Hanspeter Becker stehen im
Finale des Vereinspokals 2019.
Nichts ist so gnadenlos wie die Rivalität
zwischen Brüdern. Was also bietet sich mehr an als eine wüste Schlägerei unter
Brüdern auf dem Schachbrett? In dieser Disziplin sind Udo und Heinz Bösch eine
Klasse für sich. Wann auch immer sie eine Pflichtpartie gegeneinander
auszutragen haben, entsteht ein Kampf mit Haken und Ösen. So auch am ersten
Dienstag im November. Udo war auf Krawall gebürstet und versuchte Heinz mit
einer riskanten Eröffnung zu überraschen. Ganz schlechte Idee. Denn Udos Bruder
Heinz liebt scharfe Eröffnungen und waghalsige Stellungen. Folgerichtig fing
sich Udo einen Konter ein, der seine Stellung mächtig ins Wanken brachte. Doch
in Bedrängnis spielt Udo oft wie ein Weltmeister. Während Heinz krampfhaft
versuchte seinem Bruder den Todesstoß zu versetzen, entwickelte Udo auf offenen
Linien Gegenspiel mit Türmen und Dame. Heinz` Angriff fiel schon bald in sich
zusammen wie ein Kartenhaus. Denn wer mit allem stürmt, was er hat, hat nichts
mehr, um sich zu verteidigen. Mit diesem verdienten Sieg erreichte Udo nicht
nur das Finale des diesjährigen Vereinspokals, er revanchierte sich auch für
die schmerzliche Niederlage gegen Heinz in der diesjährigen
Vereinsmeisterschaft.
In der zweiten Halbfinalbegegnung trafen die Routiniers Hans-Dieter Weißflog und Hanspeter Becker aufeinander, ihres Zeichens wichtige Leistungsträger der zweiten Mannschaft. Es entwickelte sich eine ruhige, sehr taktische Partie, die beiden Protagonisten wenige Chancen zum Angriff bot. Allerdings entwickelte Hanspeter eine Art Eichhörnchen-Strategie und sammelte fleißig Mehrbauern. Schließlich steht der Winter vor der Tür und Weihnachten wirft auch schon seine Schatten voraus. Lange Zeit blieb die Partie in der Balance, doch je näher das Endspiel rückte, umso mehr fiel Hanspeters Materialvorteil ins Gewicht: zwei Mehrbauern, aber wenig verbliebene Zeit auf der Uhr. Schon etwas für gute Nerven, aber kein Problem für Hanspeters feine Endspieltechnik. Die Mehrbauern liefen Richtung Grundlinie, und Hans-Dieter hatte nichts mehr, um sie aufzuhalten. So musste er Hanspeter schon bald zum Sieg gratulieren. Der Schachclub Ebringen freut sich schon auf das Pokalendspiel zwischen Hanspeter und Udo, das ein echtes Prestigeduell zwischen zweiter und erster Mannschaft werden dürfte.
Zum
Saisonstart musste die Erste in diesem Jahr bei strahlendem Sonnenschein nach
Brombach. Dort wurde man von einem ebenbürtigen Gegner erwartet. Aber Ebringen
hat etwas, das andere Teams nicht vorweisen können: einen Mannschaftsführer
namens Udo Bösch. Schon nach 90 Minuten hatte Udo seinen Gegner in die Knie
gezwungen nach nur 21 Zügen und einem unvermeidlichen Figurenverlust. Schon
öfter hat man gesehen, dass ein so vorzeitiger Sieg der ganzen Mannschaft
Auftrieb gibt. So folgten schon bald Harald Obloh und Heinz Bösch Udos Beispiel
und gewannen ihre Partien ebenfalls. Als Malte Pothmann noch ein Remis
beisteuerte, stand es nach zweieinhalb Stunden 0,5 : 3,5 für die Ebringer Gäste
und der Kampfgeist der Brombacher war fast gebrochen. Den Mannschaftsieg
sicherten dann Peter Meyer, Lutz Grabe und Peter Ackermann mit weiteren
Remisen. Holger Kaspereits Gegner sah für sich Siegchancen und spielte weiter,
obwohl der Mannschaftskampf längst verloren war. Die Partie endete Remis, in
einem studienhaften Bauernendspiel hatten die Siegchancen allerdings bei Holger
gelegen. Am Ende notierte Kapitän Udo Bösch einen deutlichen, nie gefährdeten
Sieg ohne eine einzige Niederlage: ein Saisonstart nach Maß.
Dirk Hamar glänzt bei der
Bezirkseinzelmeisterschaft in Horben.
Horben ist ein gutes Pflaster für Ebringer Schachspieler. Im vergangenen Jahr erreichte Karl-Peter Kendzia einen erfreulichen 6. Platz. Das überschaubare Turnier mit der familiären Atmosphäre zog in diesem Jahr Dirk Hamar an, der ähnlich gute Erfahrungen machte wie sein Vorgänger. Interessante Partien, erstklassige, preiswerte Verpflegung und faire Wettkämpfe. Auch sportlich lief es für Dirk super. Nach der obligatorischen Erstrundenniederlage – in der ersten Partie bekommt man aufgrund des Auslosungsmodus als Normalsterblicher immer einen superstarken Gegner zugelost – holte Dirk zwei Siege. Die vierte Partie brachte Dirk ein unklares Dame-Turm-Endspiel ein, und so reichte er seinem Gegner die Hand zum Remis. Dirks letzter Gegner trat zur 5. Runde gar nicht mehr an, ein klarer Hinweis darauf, dass die Bezirkseinzelmeisterschaft nicht nur gute Schachkenntnisse erfordert, sondern auch das nötige Quäntchen Kondition. Am Ende belegte Dirk im B-Turnier einen hervorragenden 3. Platz. Im Ebringer Schachclub überrascht das niemanden, ist Dirk doch mittlerweile im Ebringer Bezirksligateam ein echter Hoffnungsträger.
Schon seit einigen Jahren ist Lutz Grabe ein
wichtiger Leistungsträger im Landesligateam des Schachclubs Ebringen. Deshalb
war auch niemand überrascht, dass er sich als Gesamtführender lange Zeit an der
Spitze der Turniertabelle halten konnte. Die Entscheidung, wer sich 2019 zum
Vereinsmeister krönen darf, fiel allerdings verspätet. Die siebte und letzte
Runde war in diesem Jahr besonders spannend, weil die Spieler mit Titelchancen
erst zu einem Nachholtermin ihre entscheidenden Partien austragen konnten.
In der ersten Partie traf Lutz Grabe auf Heinz
Bösch, der sich derzeit in Bestform präsentiert. Es entwickelte sich eine
Partie auf hohem Niveau, in der sich beide Kontrahenten nichts schenkten. Nach
mehrstündigem, intensivem Kampf konnte Lutz einen Freibauern auf den Weg
bringen, den Heinz nicht mehr aufhalten konnte. Das bedeutete den fünften Sieg
für Lutz bei zwei Remisen. Er blieb also über 7 Partien ungeschlagen. Der
Einzige, der ihm jetzt noch die Vereinsmeisterschaft streitig machen konnte,
spielte nur einen Tisch entfernt.
Peter Meyer hatte 5 Punkte auf seinem
Turnierkonto und hätte mit einem Sieg gegen Holger Kaspereit mit Lutz Grabe
gleichziehen können. Allerdings hatte Peter Schwarz gegen den wohl besten
Angriffsspieler des Vereins. Holger spielte so stürmisch wie gewohnt und schon
bald fand sich Peter in einer defensiven Stellung wieder. Schritt für Schritt
konnte sich Peter aus Holgers Umklammerung befreien, allerdings unter Preisgabe
des Damenflügels, an dem für Schwarz schon bald dunkle Wolken aufzogen. Und
zwar in Form einer gut vernetzten Bauernwalze, die unaufhaltsam auf die
Grundlinie zustrebte, wo sich ein Bauer beispielsweise in eine Dame verwandeln
kann, um so die Partie zu entscheiden. Tatsächlich kam ein weißer Bauer durch
und Peter musste die Partie aufgeben. Damit war Lutz Grabe Vereinsmeister 2019
und beendete vorerst den scheinbar ewigen Stabwechsel zwischen Holger Kaspereit
und Udo Bösch. Peter Meyer und Holger Kaspereit teilten sich den zweiten Platz
in der Tabelle und schafften es damit beide aufs Treppchen. Seniorenmeister
wurde Heinz Bösch und Juniorenmeister Malte Pothmann. Der Schachclub Ebringen
gratuliert Lutz zu seinem ersten Vereinsmeistertitel, der bestimmt nicht der
letzte gewesen sein wird.
Endergebnis der Ebringer
Vereinsmeisterschaft 2019
Heinz Bösch vereitelt gekonnt die
Titelverteidigung seines Bruders Udo.
Wir wissen es aus Funk und Fernsehen, eigentlich schon seit Kain und Abel: Die Familie ist eine Brutstätte von Gewalt und Verbrechen. So auch am letzten Dienstag in der Ebringer Schlossscheune. Zur besten Sendezeit gab es da einen sehenswerten „Brudermord“ in echter Krimiqualität zu bestaunen. In der vorletzten Runde der diesjährigen Vereinsmeisterschaft begrub Heinz Bösch mit messerscharfen Zügen die Siegeshoffnungen seines Bruders Udo. Das kostete Letzteren nicht nur das Leben (seines Königs), sondern beraubte ihn gleichzeitig der Möglichkeit, seinen 2018 errungenen Vereinsmeistertitel zu verteidigen. Heinz Bösch hat sich mit diesem eleganten und trickreichen „Brudermord“ nicht nur zum Favoritenschreck des Turniers gekürt, sondern auch die Chance genutzt, ganz vorne mitzuspielen. Heinz pflegt auf den 64 Feldern einen kompromisslosen Spielstil. In hart umkämpften Stellungen fühlt er sich wohl, entfaltet hier seine ganze Routine und beweist immer wieder eine beneidenswerte Nervenstärke. So konnte er sich mit einer glänzenden Leistung belohnen und seinen jüngeren Bruder Udo von dem Brett schieben, das für Schachspieler die Welt bedeutet. Damit hat Heinz beste Chancen in diesem Jahr aufs Treppchen zu steigen, ebenso wie der momentan führende Lutz Grabe und die starken Konkurrenten Peter Meyer und Holger Kaspereit. Mit Udo Bösch ist jedenfalls schon der erste Abonnementsieger auf der Strecke geblieben. Nach weiteren Favoritenkillern wird in der letzten Runde heftig gefahndet. Und die Spannung bleibt. Denn bekanntlich ist nicht immer der Bruder der Mörder.
Die Schachweltmeisterschaft der Amateure (ACO) fand in diesem Jahr auf der griechischen Insel Rhodos statt. 283 Spieler aus 27 Ländern nahmen teil. Der Schachclub Ebringen war durch die Spieler Dirk Hamar, Robert Hamar und Dr.Werner Bonrath vertreten.
Ebringer Teilnehmer der ACO-Schachweltmeisterschaft Rhodos 2019 (v.l.n.r:) Dr. Werner Bonrath, Dirk Hamar, Robert Hamar.
Die Spieler traten in verschiedenen Leistungsgruppen
an, in denen in jeweils 9 Runden der
Weltmeister zu ermitteln war. Die Ebringer Spieler kamen gut ins Turnier und
rechneten sich nach einem Drittel der absolvierten Partien einen Platz auf den vorderen
Rängen aus. Am Ende des Turniers erreichte man obere Mittelfeldplätze – bei diesem starken Teilnehmerfeld ein sehr
gutes Ergebnis. Natürlich gab es auch eine Verbesserung der individuellen Wertungszahlen.
Besonders hervorzuheben ist, dass uns die gemeinsamen
Analysen, u.a. mit den Grossmeistern Spyridon Skembris und Sigurds Lanka, tiefere
Einblicke in aktives Schach und wichtige Positionen vermittelte. Dies waren
sehr lehrreiche Trainingsstunden.
Rhodos bietet viele Sehenswürdigkeiten, deshalb wurden
verschiedene Ausflüge unternommen. Die Akropolis von Limnos oder das
Schmetterlingstal sind echte Highlights und für kleine Wanderungen sehr zu
empfehlen.
Auch im kommenden Jahr wird es eine
Amateurschachweltmeisterschaft geben, wo bestimmt wieder Ebringer Schachcracks
ihre Chance suchen werden.